Erfolgsgeschichten im alten Plenarsaal

Geburtstag der Leichtathletikgemeinschaft und geförderte Jung-Sportler

Quelle: Landshuter Zeitung vom 03.02.2007

von Christian Muggenthaler

Am Donnerstag Abend wurden im alten Plenarsaal im Rathaus die diesjährigen von der Armin-Hary-Förde-rung (AHA-F) unterstützten jungen Sportler vorgestellt. Es sind die beiden Leichtathleten Sabine Gammel und Thanawut Schmach und die Badmintonspielerin Sophia Weisensee. Ziel der Stiftung ist es, talentierte Spurtler finanziell zu unterstützen. Zugleich wurde hei der Veranstaltung der einjährige Geburtstag der Leichtathletikgemeinschaft (LG) Region Landshut gefeiert.

Der in Furth wohnende Armin Hary hat sich vor allem von 1958 bis 1960 einen Namen als Sprinter gemacht. Höhepunkt seiner Karriere war ein Weltrekordlauf am 21. Juni 1960, als er im Züricher Letzigrund die 100 Meter in 10,0 Sekunden lief. Außerdem gewann er ebenfalls 1960 in Rom die olympische Goldmedaille über 100 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel. Die Zeiten derart erfolgreicher deutscher Läufer sind lang vorbei, keineswegs aber vorbei ist die Notwendigkeit für Kinder und Jugendliche, Sport zu treiben.

Um an dieser Stelle zu wirken, hat Hary seine bundesweite Förderung ins Leben gerufen. In jedem Ort werden lokale Sponsoren gesucht, mit deren Geld dann die Jung-Sportler unterstützt werden: Talentförderung an der Basis also. Hary sagte bei der Preisvergabe, Sport sei schließlich „der erste Schritt der Bildung"; er und stellvertretender Landrat Josef Seidl erinnerten an jenes geflügelte Wort, wonach ein gesunder Geist in einem gesunden Körper hause.

Drei junge Sportler

Durch mangelnde Bewegung und das pausenlose Herumsitzen vor dem Computer oder dem Fernsehgerät würden die Kinder nur „dick und rund und dumm", sagte Hary. Deshalb werde er in Zukunft den Altersrahmen der Geförderten noch weiter nach unten setzen und Kinder und Jugendliche von vier bis zwölf fördern und nicht mehr, wie bisher, zwischen sechs und 16.

In den Genuss von jeweils 3300 Euro Fördergeld kommen in Landshut die Sporttalente Sabine Gammel, Thanawut Schmach und Sophia Weisensee. Die 13-jahrige Sabine Gammel, Mitglied der Turngemeinde (TG), kam vom Geräteturnen zur Leichtathletik. Im Weitsprung hat sie sich im vergangenen Jahr auf 5,01 Meter gesteigert, gelaufen ist sie die 100 Meter schon in 13,3 Sekunden. Sophia Weisensee ist eine talentierte Badminton-Spielerin im Postsportverein. Die 15-Jährige war in allen Altersklassen bei den Bezirksturnieren erfolgreich, 2006 gewann sie die Bezirksmeisterschaft im Mixed. Thanawut Schmach vom ETSV 09 ist Vereinsrekord-Inhaber im Blockwettkampf und Ballwurf und hat vor kurzem eine Berufung in den Bayern-Kader erhalten. Der vielseitige 15-jährige Leichtathlet konzentriert sich jetzt vor allem auf den Speerwurf, in dem er in der Klasse M 15 mit 57,26 Metern einen niederbayerischen Rekord aufstellte. Das Fördergeld soll in allen drei Fällen zum Bezahlen von Trainingslagern, Leistungscamps und Ausrüstung eingesetzt werden.

„Wir haben laufen gelernt"

Derart viele Erfolgsgeschichten gibt es im alten Plenarsaal, in dem normalerweise die Stadtratsaus-schüsse tagen, eher selten zu vernehmen. Und es kam noch eine dazu: Zugleich wurde nämlich der einjährige Geburtstag der LG Region Landshut gefeiert. Und deren Geschichte ist in der Tat eine des Erfolgs. Seitdem sich die Leichtathletikvereine aus Altdorf, Ergoldsbach, Velden, Rottenburg. Mallersdorf und die TG und der ETSV zu dieser Mannschaft zusammengeschlossen haben, ist sie zur Nummer Eins in Niederbayern geworden und zur Nummer Drei in Bayern. Die 4x400-Meter-Staffel ist sogar Bayerischer Meister geworden.

„Wir haben laufen gelernt", sagte der sportliche Leiter Werner Forster neckisch, und wurde von den Lokalpolitikern unterstützt: „Der Erfolg", sagte Seidl, „gibt Ihnen Recht." Sportamtschef Alois Schioder äußerte seinen „Respekt". Und Oberbürgermeister Hans Rampf, ohnehin dem Sport zugetan, war entzückt von der „unwahrscheinlichen Nachwuchsbetreuung" und der „sensationellen Arbeit" der LG.

Deren Gründung sei mit Spannung verfolgt worden - und schnell habe sich erwiesen, wie sinnvoll die LG sei. In der Tat könnte die Leichtathletikgemeinschaft als Paradebeispiel dienen für weitere Sportarten nach dem Motto „Gemeinsamkeit macht stark", hieß es bei der Veranstaltung.