Wenn Talenten das nötige Kleingeld fehlt: Armin Hary hilft

Olympiasieger präsentiert in München sein Förderungs-Konzept

Quelle: http://www.donau.de/nachrichten/sport/region/mz/meldung.shtml?rubrik=mz&id=57029 vom 24.01.2006

MÜNCHEN (js/dpa). „Junge Sporttalente gibt es viele, doch wenn der Familie das Geld fehlt, ist die Karriere schnell zu Ende.“ Bergmannssohn Armin Hary weiß aus seiner eigenen Kindheit, was „einfache Verhältnisse“ bedeuten. Deswegen gibt es jetzt AHA-F, die Armin-Hary-Förderung. Gestern stellte der 100-m-Olympiasieger von 1960 seine bundesweite Initiative zur kommunalen Sportförderung in München vor.

Vergessene Kinder-Förderung

„Der deutsche Sport ist international mit Ausnahme des Wintersports fast bedeutungslos geworden“, klagte der ehemalige Weltklasse-Sprinter bei der Präsentation in der Allianz Arena. Einer der Gründe dafür sei, „dass Kinder bei der Förderung oft vergessen werden“. Hier setzt AHA-F an: Übungsleiter schlagen in den Vereinen außergewöhnlich begabte junge Sportler vor, in Zusammenarbeit mit den Kommunen wird Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien dann finanziell unter die Arme gegriffen, sei es, wenn das Geld für Bahnfahrt zum Training fehlt oder die Sportausrüstung zu teuer ist.

Kurzfristigen Erfolg erwartet Hary nicht, er mahnte zu Geduld: „Wir müssen uns Zeit nehmen. Es wird fünf bis sechs Jahre dauern, aber dann werden große Sportler aus dieser Initiative kommen.“ Denn eines stellte der 68-Jährige unmissverständlich fest: „Deutschland braucht Vorbilder und große Sportler. Momentan haben wir zu wenig davon.“

Als erste Kommune schloss sich Landshut Harys Initiative an. Drei Talente aus den Sparten Schwimmen, Leichtathletik und Eishockey erhalten dort jeweils 3500 Euro, um in diesem Jahr ohne finanzielle Sorgen trainieren zu können. Etliche Städte und Gemeinden sollen folgen: „Wir haben 11000 Kommunen angeschrieben und viele haben schon Interesse signalisiert.“ Überall trägt sich die Förderung über Mittel der Kommunen und über die Beteiligung von Wirtschaftsunternehmen.

Namensgeber will Türen öffnen

Hary, der als erster Sprinter die 100 m in 10,0 Sekunden lief und damit in die Sportgeschichte einging, überlässt die Sichtung der Talente bewusst den Übungsleitern vor Ort: „Die wissen am besten, wer wirklich engagiert ist und wer eine Förderung wirklich braucht.“ Er selbst engagiert sich als Ideen- und Namensgeber sowie als Repräsentant, „um Türen zu öffnen“.

Weitere Infos: www.aha-f.de