München. Er hatte es schon immer eilig und war für halbe Sachen nie zu haben. Der einstige Sprintweltrekordler Armin Hary (68), seit ein paar Jahren in Ostbayern wohnhaft, gründete vor nicht all zu langer Zeit eine nach ihm benannte Jugendsport-Förderaktion. Gestern bekamen die ersten drei Nachwuchstalente jeweils 3500 Euro aus dem zwischenzeitlich stattlichen Geldtopf.
Als Hary in der Münchner Allianz-Arena vor die Medien trat, hatte er prominente Unterstützer seiner Aktion dabei: Reporter-Legende Harry Valerien, Ex-Eishockeynationalspieler Alois Schloder, den langjährigen Landshuter Oberbürgermeister Josef Deimer und den Leiter der Springer-Journalistenschulen, Knut Teske. Mit dem großen Pluspunkt, erst unlängst beim Ball der Deutschen Sportpresse für seine Aktion mit großen Lorbeeren ausgezeichnet worden zu sein, schilderte der 10,0-Sprinter und Olympiasieger von Rom, welche Absichten er sich auf die Förder-Fahne geschrieben hat: "Wenn wir als Nation siegreich sein wollen, muss an der Wurzel gegossen werden".
11 000 Kommunen hat Armin Hary unterdessen angeschrieben. Viele von ihnen machen mit, etablieren Internetseiten, lassen Sponsoren auf diesen Seiten werben und führen die Einnahmen an die "AHA-F"-Aktion ab. Zu Harys Unterstützern zählt auch das Medienhaus "Der neue Tag".
Der in Furth bei Landshut wohnende Hary hatte drei Kinder aus Ostbayern mit nach München gebracht und überreichte ihnen Förderschecks: Der neun Jahre alten Schwimmerin Nora Dünschede, dem 14-jährigen Eishockeyspieler David Elsner und der zehn Jahre alten Leichtathletin Tanja Schedlbauer. Der Junge und die beiden Mädchen stammen aus Landshut, sie haben sich durch beste Leistungen zur weiteren Förderung empfohlen.
Die Talente sucht Armin Hary selbst nicht aus. Er setzt dabei auf die Fachkenntnis von Trainern und Übungsleitern, vertraut bei der Vergabe auch den Bürgermeistern der jeweiligen Kommunen. Dass er selbst zu weiteren Schecküberreichungen kommt, schloss der von vielen als bester Sprinter aller Zeiten bezeichnete und im Saarland gebürtige Hary nicht aus. "Wenn's geht", unterstrich er gestern in München, "bin ich dabei".
Seinem Freund Harry Valerien nötigte Harys Engagement Respekt ab. Valerien sagte den Reportern: "Er startet hier eine Initiative, die man so nicht erwartet hätte. Eine wirklich wunderbare Geschichte".