Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
zeichnet Sprintstar Armin Hary mit
Nachwuchsförderpreis aus

Quelle: www.insm.de/Veranstaltungen/Rueckblick_2005/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft_zeichnet_Sprintstar_Armin_Hary_mit_Nachwuchsfoerderpreis_aus.html

Armin Hary, Weltrekordsprinter und Olympia-Doppelsieger von 1960, unterstützt mit seiner AHA-Förderung junge Sporttalente. Auf dem Deutschen Sportpresseball am 29.Oktober in der Frankfurter Alten Oper zeichnete die INSM ihn dafür mit dem Preis für Nachwuchsförderung 2005 aus.

Dr. Hans-Dietrich Winkhaus, Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel KGaA und Kuratoriumsmitglied der INSM, übergab den Preis im Großen Ballsaal der Alten Oper. Winkhaus war einer der fünf Juroren für den Nachwuchsförderpreis. Zur Jury gehörten außerdem Ulrike Nasse-Meyfarth (Olympiasiegerin im Hochsprung), Jörg Ulrich Hahn (Ressortleiter Sport der Frankfurter Allgemeine Zeitung), Sven Müller (metropress, Organisator des Deutschen SportpresseBalls) sowie Tasso Enzweiler (Geschäftsführer INSM).

Die AHA-F unterstützt junge Sporttalente aller Disziplinen dabei, in ihrer Heimatstadt oder -gemeinde möglichst früh auf einen guten sportlichen Weg zu gelangen. Sechs- bis Sechzehnjährige sind die Zielgruppe. Dem ehemaligen Spitzensportler Hary ist besonders wichtig, den Kindern und Jugendlichen zu helfen, die aus weniger guten sozialen Verhältnissen stammen und denen es an Geld für Mitgliedsbeiträge, Training und Ausrüstung mangelt. AHA-F fördert Kinder, die Schwierigkeiten in Familie und ihrem weiteren Umfeld haben, in der Schule nicht zurechtkommen und sich selbst in ihrer Freizeit nur wenig sinnvoll beschäftigen können. Dass eine Sportlerkarriere nicht am Geld für die Ausbildung scheitern darf, ist Hary ein ganz wichtiges Anliegen. Er selbst erinnert sich: "Wäre unsere Wohnung nicht unmittelbar neben einem Sportplatz gelegen - es gäbe heute keinen Olympiasieger Hary. Meine Mutter hatte kein Geld, um mir ein Fahrrad zu kaufen."

Das Prinzip von AHA-F ist einfach: In jeder geförderten Gemeinde werden von den Übungsleitern dort ansässiger Sportvereine in Zusammenarbeit mit der Kommune drei Jugendliche mit Talent ausgewählt, die bislang noch keine Förderung bekommen. Für sie akquiriert die AHA-F von bis zu zehn kommunalen Unternehmen "überschaubare Förderbeträge" (jeweils 100 bis 600 Euro pro Monat). Die Unternehmen dürfen im Gegenzug Werbung auf der Homepage der AHA-Homepage platzieren. Die teilnehmenden Kommunen setzen auf ihrer Homepage einen Link auf die AHA-F-Homepage. Von AHA-F profitieren also vor Ort alle: die Kinder und Jugendlichen, die Vereine und Kommunen, die Sponsoren.

Vor einem Jahr ist der erste Förderjahrgang von AHA-F angelaufen. Armin Hary steht inzwischen mit rund 7.000 Kommunen in Kontakt, und im Dezember diesen Jahres werden die ersten Jugendlichen in ca. dreißig Kommunen ausgezeichnet. Sie erhalten jeder von AHA-F jeweils ein Drittel des Fördergeldes, das vor Ort für sie zusammengekommen ist, um in ihrer Sportart einen erfolgreichen Weg starten zu können. Nach einem Jahr endet der Förderungszeitraum, und die Übungsleiter entscheiden gemeinsam mit der Kommune, welche Jugendlichen im folgenden Jahr gefördert werden. Dabei kann auch entschieden werden, dass ein Nachwuchstalent erneut gefördert wird. Armin Hary glaubt fest daran, dass er den Jugendlichen so von der Straße helfen kann und engagiert sich heute mit AHA-F genauso wie früher im Sprint: „Ich bin motiviert bis in die Fußspitzen. Ich habe einmal Erfolg gehabt, und ich möchte hiermit noch einmal Erfolg haben."

Neben Armin Hary und seiner AHA-F waren vier weitere Kandidaten nominiert:

• Falko Götz und die Hauptstadtkicker: Unter dem Motto "Entwicklung sportlicher Talente zu Persönlichkeiten" werden in der Fußballkakademie von Hertha BSC Nachwuchskicker gefördert. Dazu trägt auch die Kooperation des Vereins mit der Poelchau-Oberschule in Berlin-Charlottenburg bei. Sie ermöglicht den jungen Fußballern, die Sportstunden für ihr Training zu nutzen. Zur Akademie gehört auch ein vereinseigenes Internat. Der Erfolg gibt dem Hertha-Nachwuchskonzept Recht: So wurde zum Beispiel die U17 in den Jahren 2003 und 2005 deutscher Meister.

• Ex-Rennrad-Profi Marcel Wüst und sein Juniorteam: Marcel Wüst verlor nach über 100 Siegen bei einem Sturz die Sehfähigkeit auf dem rechten Auge. Er musste sich aus dem Profisport zurückziehen, blieb dem Radsport aber (nicht nur als Rad-sportjournalist) treu: Er unterstützt das Marcel Wüst Junior Team (MWJT) im Radrennclub "RRC Günther 1921" e.V. Köln-Longerich. Wüst nutzt die Kontakte aus der Profi-Zeit, um Sponsoren zu gewinnen. Sein Name und sein Einsatz helfen dem Nachwuchs dabei, fester in die Pedalen zu treten. Das MWJT hat schon manchen Erfolg eingefahren, zum Beispiel mit der U17 den Titel "Deutscher Straßenmeister"

• Ex-Hürdensprinter Harald Schmid und sein Trainertraining: Dr. Harald Schmid, früherer Europameister über 400 m Hürden, trainiert schon seit zehn Jahren Trainer und Übungsleiter, damit sie lernen, Kinder über das Sporttraining gegen Suchtgefahren zu wappnen. Schmid führt die Seminare im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung durch. Sein Engagement ist Teil der Kampagne "Kinder stark machen". Schmids Engagement ist ein Beitrag, der das Fundament für den Breitensport und damit auch den sportlichen Nachwuchs stärkt.

• Bernd Schröder und die Damenmannschaft der Turbine Potsdam: Bernd Schröder trainiert mit Erfolg die

Damen des FFC Turbine Potsdam. Aus diesem Team stammen viele der Spielerinnen, die für die Nationalmannschaft den Europameistertitel und WM-Sieg holten. Zum sportlichen Erfolg kommt die gute begleitende Ausbildung: Die Turbine-Spielerinnen können sich dank Firmen- und Universitätskooperationen optimal auf eine Berufstätigkeit nach der Sportkarriere vorbereiten.

Im vergangenen Jahr war der Preis an Volker Finke, den Trainer des SC Freiburg, für seine Fußballschule gegangen.

Die INSM unterstützte auf dem Deutschen SportpresseBall außerdem erneut die Aktion "SportlerIn mit Herz". Diese Auszeichnung ging an Franziska van Almsick, die für die Kampagne "fair feels good" und damit für fair gehandelte Produkte aus der Dritten Welt wirbt, außerdem an den Schiedsrichter Dr. Markus Merk, der seit 15 Jahren Schulprojekte in Südindien finanziert und dort - Merk hatte bis vor einem Jahr eine eigene Zahnarztpraxis -in seinen Ferien kostenlos Kinder behandelt.

Nominiert waren außerdem:
• Miroslav Klose - in einem Bundesligaspiel sah der Schiedsrichter ein Foul gegen Klose und gab Elfmeter. Klose widersprach; der Strafstoß wurde rückgängig gemacht.
• Box-Profi Regina Halmich - privat unterstützt sie die Stiftung "Hänsel und Gretel", die gegen Gewalt an Kindern kämpft.
• Felix Magath - er hilft im Projekt "Fußball für das Leben" Straßenkindern in Costa Rica.
• Jürgen Klinsmann - er gründete die Stiftung "Agapedia", die Hilfsprojekte in Osteuropa organisiert.
• Bianca Kappler - bei der EM 2005 wurde ihr Sprung mit 6,96 Meter gemessen - zu viel. Sie verzichtete auf die Goldmedaille.
• Dirk Nowitzki - er unterstützt die "Operation Sneaker", eine Spendenaktion für Sportcamps in Krisengebieten.